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09.10.20 / 20:30h
Oded Tzur Quartet
Modern Jazz
Oded Tzurts
Nitai Hershkovitsp
Petros Klampanisb
Jonathan Blakedr

Als der in New York lebende israelische Saxofonist Oded Tzur vor zwei Jahren sein Debütalbum Like A Great River an den Start brachte, löste er eine Welle ratloser Begeisterung aus. Begeisterung, weil seine Musik von unfassbarer emotionaler Tiefe und gelassener Dringlichkeit war. Tzurs einzigartige Improvisationssprache nimmt den Hörer mit auf eine Reise und ruft tiefe Kontraste zwischen stillen Passagen und dramatischen Crescendi hervor. Es geht vor allem um den Sound, um den Gesamtklang des Ensembles. Wer das Erfolgsgeheimnis bekannter Musiker ergründen möchte, der kommt an Oded Tzur kaum vorbei. Er wird feststellen, dass Tenorsaxofonist Tzur mit einer israelisch–griechisch-amerikanischen Combo um den Pianisten Nitai Hershkovits, den Bassisten Petros Klampanis und den Schlagzeuger Johnathan Blake jeden Ton abwägt, nichts zu viel, aber auch nichts zu wenig spielt, Raum zum Atmen lässt, spärlich und nuanciert die Themen ergründet und selbst elegischere Phasen ganz behutsam aufbaut. Die Noten scheinen zu schweben, schwerelos und doch jede am richtigen Platz, weshalb der junge Israeli auch dieser Tage seine Debüt beim vor allem für seinen außerordentlichen Klang berühmten Weltklasselabel ECM gibt. Es sind die Zwischenräume, die Tzur und seine Jungs unaufgeregt freilegen, diese reduzierte Vielfalt, mit der sie seine Origi-nalkompositionen und den Elvis-Schmachtfetzen „Can‘t Help Falling In Love“ von innen zum Leuchten bringen. Dass Oded Tzur den indischen Bansurflöten-Meister Hariprasad Chaurasia bis ins Detail studiert hat, verleiht dem Sound dieses in jeder Hinsicht ästhetischen, außergewöhnlichen Konzertes eine ganz spezielle Note.