Asaf Sirkis Trio  klein.jpg
29.02.12 / 20:15h
Asaf Sirkis Trio
Jazz-Rock
Asaf Sirkisdr
Tassos Spiliotopoulos git
Yaron Stavib

„Letting Go“ ist das aktuelle Album des Trios, mit dem Sirkis in die Welt des instrumentalen Jazz-Rock einlädt, wenn auch die Betonung hier mehr auf Jazz liegt. Viele Improvisationseben lassen vor allem der Gitarre, aber auch dem Schlagzeug Freiraum, um Emotionales und Spontanes auch einfach mal fliessen zu lassen. Die Musik ist also weniger kalkuliert, sondern zeigt insbesondere ihre Stärke darin, die unwiederbringlichen Momente eines kreativen Zeitfensters festzuhalten.

Ende der 90er verliess Asaf Sirkis sein Heimatland Israel und erarbeitete sich in wenigen Jahren die Reputation eines beachteten Drummers der britischen Jazz- und Worldmusic-Szene. Asaf ist ein Genius des sprechenden, des singenden Spiels, ein Max Roach, ein Shelly Manne des neuen Jahrhunderts, nur noch ein Stück sensibler und dezenter in seiner unaufhörlich gestalterischen Arbeit – kurzum: ein wirklich bewundernswerter Schlagzeuger. Asaf Sirkis‘ Schlagzeug wirkt wie ein kommunikativer Partner in diesem von überraschenden Wendungen gezeichneten Trio-Sound, während die federleichten Drum-Grooves den jazzigen Approach deutlich bekräftigen. Sirkis‘ Spielweise ist fesselnd und bewegt sich zwischen den Polen grosser Dramatik und einfühlsamen Minimalismus.

Yaron Stavi am E-Bass erweist sich in klugem Kontrast eher als ein Geschichtenerzähler, als bemerkenswerter Melodiker, den man in den hohen Lagen schon mal leicht für einen Gitarristen halten kann. Stavi, vor allem in klassischen Ensembles tätig, aber mit dem gleichen Elan unter anderem in der Jazzgruppe des Geigers Nigel Kennedy, bei Phil Manzanera oder auch bei David Gilmour am guten Werk, war 2002 aus Israel via Berlin nach London gekommen.

Der Grieche Tassos Spiliotopoulos, ein Jazzgitarrist mit eindrücklich markantem Profil, lebt seit 2000 in der europäischen Musikmetropole London. Dort studierte er Music & Drama und während seines Studiums hat er gleich noch in New York an der School for Improvisational Music in Seminaren Unterricht bei so unterschiedlichen Inspiratoren wie Ralph Alessi, Ravi Coltrane, Jim Black, Drew Gress und vor allem Brad Shepik gehabt. Tassos ist in seiner tiefsten Seele ein ganz moderner Lyriker mit sehr klarer und expressiver Sprache, mit imposant akkordischen Themen und Soli in fast klassischem Sound, er ist sehr sortiert in Kopf und Herz und Hand, ein brillanter, phantasievoller musikalischer Rhetor, der freilich der Form die Inhalte nie opfert.