2013-04-09 09_33_08-Jürg Solothurnmann.jpg
15.06.13 / 20:15h
Jürg Solothurnmann's NEXT
Präsentation der neuen CD: "Molto subito", erschienen bei Unit Records.
Jürg Solothurnmannss, as
Beat Unternährertb
Christian Hartmannb
Dieter Ulrichdr, Piston Bugle, Banjo

Das eine tun und das andere nicht lassen. Jürg Solothurnmann und Dieter Ulrich trafen sich in den 80er Jahren in den Gruppen von Urs Blöchlinger. Eine wichtige Inspiration war die zweite Free Jazz-Welle, speziell die Musikergeneration der Chicagoer AACM, mit dem Art Ensemble of Chicago und mit Persönlichkeiten wie Roscoe Mitchell, Henry Threadgill und Julius Hemphill – traditionsverwurzelt und doch total offen.
Schon mit dem ehemaligen Agasul Orchester fanden Solothurnmann und Ulrich Wege, Improvisiertes wie auskomponiert und Vororganisiertes wie spontan erfunden klingen zu lassen. Die zwei kennen die (Jazz)Tradition und anderes gut, aber diese werden mit der freien Intuition gelockert und durchlüftet. Mit anderen Worten: Die Erinnerung ist nützlich, ja notwendig, aber was überraschend als Nächstes kommt, ist am wichtigsten.
Die zwei Luzerner in der Gruppe, der virtuosen, witzige Posaunisten Beat Unternährer und der solide, reaktionsschnelle Kontrabassisten Christian Hartmann, die von verschiedenen anderen Projekten gut kennen, sind eine ideale Wahl. Die Verfahren, um Improvisiertes spontan zu formen, dass es oft wie komponiert oder arrangiert klingt, hat das Quartett in mehrjähriger Arbeit zur Meisterschaft gebracht und liess es als ein mobiles Team zusammen gewachsen.
Als fünfter spielt der Schalk mit. Die Spieler überraschen sich mit ihren Einfällen und Reaktionen oft selber. In dieser ohne Absprachen spontan erfundenen Musik stellt jeder seine Virtuosität und Spielfreude in den Dienst des Teams, so dass kollektiv spritzige Aktionen und manchmal kleine musikalische Dramen entstehen. Das ist Artistik ohne Sicherheitsnetz, und da liegt alles drin, von kurzen Skizzen bis zu „mehrthematischen“ langen Abläufen und von intensiven Grooves bis zu subtilen Soundscapes. Doch jede Performance ist einzigartig und nicht wiederholbar.
Es ist nicht ausgeschlossen, dass künftig zumindest teilweise auch wieder geschriebene Konzepte und Komposition benutzt werden. Zurzeit verständigt man sich manchmal mit einfachen Zeichen; sonst geht es - gegenwärtig und geistesgegenwärtig - um offene Ohren, schnelle Reaktionen und "instant composition".